Was es ist
Pancragen ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz Lys-Glu-Asp-Trp oder seiner Amidform, das im Rahmen der Bioregulator-Peptidforschungstradition des russischen Wissenschaftlers Vladimir Khavinson und Kollegen entwickelt wurde.[3] [4] Bioregulatorpeptide sind kurze synthetische Fragmente, die natürliche Gewebesignalpeptide nachahmen sollen und hauptsächlich auf organspezifische, altersbedingte Wirkungen untersucht werden als bei herkömmlichen Arzneimitteln.
Pancragen wird in dieser Forschung speziell mit Bauchspeicheldrüsengewebe in Verbindung gebracht und auf mögliche Auswirkungen auf die Funktion der Bauchspeicheldrüsenzellen, den Glukosestoffwechsel und den altersbedingten Rückgang der endokrinen Funktion untersucht.[1] Es ist kein anerkanntes Diabetes-Medikament in der westlichen Medizin, und seine Evidenzbasis ist gering und konzentriert sich fast ausschließlich auf russisch- und osteuropäischsprachige Fachzeitschriften derselben Forschungsgruppe.
So funktioniert es
Der vorgeschlagene Mechanismus konzentriert sich auf die Genexpression und Zelldifferenzierung in der Bauchspeicheldrüse. In Zellkulturstudien war die Exposition gegenüber Pancragen mit einer erhöhten Expression von Transkriptionsfaktoren verbunden, die mit der Azinus- und Inselzellidentität der Bauchspeicheldrüse verbunden sind, einschließlich Pdx1, Pax6, Pax4 und Foxa2, insbesondere in gealterten Zellkulturen.[2] Forscher beschreiben dies als einen gewebespezifischen bioregulatorischen Effekt, der alternden Bauchspeicheldrüsenzellen helfen kann, jugendlichere Genexpressionsmuster wieder aufzunehmen.[6]
Dies bleibt eine Laborhypothese. Veränderungen in der Transkriptionsfaktor-Expression in einer Speise sind ein nützliches Forschungssignal, aber sie allein beweisen nicht, dass Pancragen die Insulinproduktion, die Glukosekontrolle oder irgendein anderes Ergebnis bei einer lebenden Person verbessert.
Was die Forschung zeigt
Die Beweisbasis für Pancragen ist nach westlichen Maßstäben dürftig, und diese Einschränkung sollte im Vordergrund stehen. Die am häufigsten zitierten Humandaten stammen aus einer kleinen Studie aus dem Jahr 2011 mit 33 älteren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und 30 gesunden älteren Kontrollpersonen, die nach Pancragen-Exposition einen niedrigeren Nüchternglukosespiegel, bessere Glukosetoleranztestergebnisse und verbesserte Insulinresistenzmarker berichteten.[1] Hierbei handelt es sich um frühe Beweise aus kleinen Stichproben, nicht um eine große randomisierte kontrollierte Studie.
Präklinische Unterstützung kommt von Streptozotocin-induziertem diabetische Ratten, bei denen Pancragen Berichten zufolge eine blutzuckersenkende Wirkung hatte und die Marker für Gefäßverletzungen reduzierte, und alte weibliche Rhesusaffen, denen kurzzeitig intramuskuläres Pancragen verabreicht wurde, was eine verbesserte Glukosetoleranz und Insulin/C-Peptid-Werte zeigte.[3] [5] In großen öffentlichen Forschungs- oder klinischen Studienregistern wurde kein groß angelegter, multizentrischer Versuch am Menschen identifiziert, und die Ergebnisse wurden nicht unabhängig von Forschungsgruppen außerhalb repliziert das ursprüngliche mit Khavinson verbundene Netzwerk.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Detaillierte Daten zur menschlichen Sicherheit für Pancragen sind im Wesentlichen nicht verfügbar. Die einzige kleine Humanstudie konzentrierte sich auf Stoffwechselmarker und nicht auf die systematische Verfolgung unerwünschter Ereignisse und kann daher nicht die Schlussfolgerung stützen, dass Pancragen keine Nebenwirkungen hat.[1]
Da vorläufige Untersuchungen über glukosesenkende Wirkungen berichtet haben, ist Hypoglykämie ein plausibles theoretisches Problem, insbesondere für alle, die bereits Insulin, Sulfonylharnstoffe oder andere glukosesenkende Medikamente einnehmen. Allergische Reaktionen, Probleme an der Injektionsstelle und Auswirkungen in der Schwangerschaft, bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder bei chronischen Erkrankungen werden einfach nicht untersucht. Langzeitsicherheit und Arzneimittelwechselwirkungen sind weiterhin unbekannt.
Regulierungsstatus
Pancragen hat kein von der FDA zugelassenes Arzneimitteletikett, keine zugelassene Indikation und keine festgelegte Humandosis in einer wichtigen behördlichen Datenbank.[7] Es sollte streng als Forschungsverbindung und nicht als Diabetestherapie behandelt werden.
Nicht zugelassene und zusammengesetzte Peptidprodukte, einschließlich Pancragen, wie es normalerweise verkauft wird, werden von der FDA nicht auf Identität, Reinheit, Sterilität oder Herstellungsqualität überprüft bevor es auf den Markt kommt.[8] Jeder, der Pancragen in Betracht zieht, insbesondere eine Person, die mit Diabetes oder einer anderen chronischen Stoffwechselerkrankung zu kämpfen hat, sollte die Qualität der Beweise, Sicherheitsunsicherheit und zugelassene Alternativen mit einem zugelassenen Arzt besprechen, anstatt dieses Forschungspeptid als Ersatz für die etablierte Diabetesversorgung zu behandeln.